Erstes Halbjahr 2014 : Erneuerbare Energien überholen Braunkohle

Geschrieben von Martin Streibl am in Energiewende, Klimaschutz, Regenerative Energie, Windenergie

Wie in einem Bericht auf www.spiegel.de vom 02.07.2014 nachzulesen überstieg im ersten Halbjahr 2014 der Energieertrag aus den Erneuerbaren Energien Wasserkraft, Biogas, Wind und Sonne die durch Braunkohleverstromung erzeugte Energie.

Der Spiegel-Online Bericht beruft sich dabei auf den aktuellen Fraunhofer ISE – Energiemix 2014 Report, der für die ersten 6 Monate 2014 einen Ertrag der regenerativen Energien von 81,1 Terawattstunden (TWh) Strom und für Braunkohle nur von 69,7 TWh ausweist. Im Vorjahr sei die Braunkohle noch die wichtigste deutsche Stromquelle gewesen noch vor der Kernenergie.

Zurückgeführt wird die Führungsposition der Erneuerbaren Energien in diesem Jahr einerseits auf günstige Wetterumstände mit mehr Sonne und Wind als im Vorjahr aber auch auf den stetigen weiteren Zubau von Solar- und Windkraftanlagen.

In Summe stieg der Ertrag der Solaranlagen um 28 Prozent, der von Windkraftanlagen um 19 Prozent.

Die Windenergie steuert den größten Ertrag bei – überwiegend aus Onshore-Anlagen deren installierte Leistung die der Offshore-Anlagen um mehr als einen Faktor 50 übersteigt.

Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass Wind und Sonne gemeinsam im vergangenen Halbjahr ebensoviel Energie erzeugten wie die noch am Netz befindlichen Kernkraftwerke, d.h. 45 TWh. Damit ist das ursprüngliche Ziel der Energiewende, den Ausstieg aus der Kernenergie umzusetzen an einem wichtigen Meilenstein angelangt.

Weiterhin wichtig bleiben Speicherkonzepte für erneuerbaren Strom, Pufferkraftwerke und auch die intelligente Laststeuerung, denn die Variabilität von Sonnen- und Windstrom bleibt eine Herausforderung. So weist der Fraunhofer ISE Bericht auch einen Spannbereich des täglichen Summenstroms von Sonne und Wind von 0,022 TWh am 21.01.2014 bis zu 0,58 TWh am 16.03.2014 aus, d.h. der tägliche Ertrag schwankte bis zu einem Faktor von 25.